Gute Reise über die Regenbogenbrücke, Eddy!

Wir trauern um Kater Eddy (und gleichzeitig sind wir entsetzt über einen derartigen Umgang mit dem eigenen Tier!)

 

Eddy, so nannten wir den Kater aus Ettlingen-Spessart, der am 07.03.2020 bei uns eintraf, nachdem eine Dame ihn schon fast leblos in ihrem Keller liegend fand, ihn sofort einpackte und zu uns fuhr.

Der bemitleidenswerte, schätzungsweise 14 Jahre alte Tigerkater war klepperdürr und in keinem guten Zustand. Noch dazu war er völlig dehydriert. Eddy musste die ersten beiden Tage stationär bei Frau Dr. de Rossi verbringen, wo er notversorgt wurde, danach zog er wieder in unsere Quarantänestation.

Wir rechneten von Anfang an kaum mit einer guten Überlebenschance, denn vor allem seine Nierenwerte waren sehr schlecht. Eddy verbrachte die meiste Zeit kraftlos liegend in seiner Box und schaffte es nicht einmal mehr aufs Klo, so schwach war er und so schlimm war sein Durchfall.

Aber er fraß und trank gut und wir freuten uns, dass er sich nach ein paar Tagen doch etwas zu erholen schien. Wir schöpften Hoffnung. Es war in den kommenden Tagen aber ein Auf und Ab, und der Zustand des Katers blieb allgemein schlecht. An den kranken Nieren und dem hartnäckigem Durchfall musste Eddy wohl schon längere Zeit gelitten haben. 

In den letzten seiner Tage genoss Eddy draußen im Hof und im Garten ein paar kleine beaufsichtigte Spaziergänge, und er saß mit Oma Cindy im Gras und sog die Wärme der Sonne förmlich in sich hinein. Alle Helfer haben sich in ihn verliebt, denn Eddy war sehr lieb und genoss unsere Streicheleinheiten und Zuwendung sehr.

Am 08.04.2020, als Frau Schmitz mittags wieder nach ihm sah, lag er in seiner Box und das Fell fühlte sich ganz kühl an. Sie hat sich dann mit ihm in den Garten in die Sonne gesetzt und Eddy über eine Stunde lang gestreichelt. Dann schlief er friedlich in ihren Armen ein.

Gute Reise, kleiner Eddy, wir werden Dich nicht vergessen!

Danke, Wera, dass Du da warst und um ihn gekämpft hast und Eddy in der letzten Stunde nicht alleine gelassen hast! Danke auch an die Helfer, die ihm noch so viel Liebe geschenkt haben. Und ein großes Danke auch der Dame, die Eddy fand und sich gleich um ihn kümmerte!

 

So, und nun wollen wir einmal aufschreiben, wie so ein Alltag von Frau Schmitz aussehen kann und mit was für Leuten sie sich manches Mal herumplagen muss. Ein weiterer "Aufreger des Monats":

Eddy war gechipt (und hatte sogar im Ohr das Wort "Chip" tätowiert – was vorbildlich ist), aber er war nicht registriert. Wie sinnlos ist denn dann so ein Chip!? Trotzdem begab sich Frau Schmitz tagelang auf die Suche nach seinen eventuellen Haltern, sowohl über Tasso als auch über die Zeitung. Durch ihre Hartnäckigkeit gelingt ihr das Zurückfinden ab und zu durchaus. Dieses Mal aber leider nicht, also suchten wir in den Sozialen Medien. Und tatsächlich – es meldete sich eine Frau, die den Beitrag im Facebook gelesen hatte, per WhatsApp bei Wera Schmitz.

Sie erklärte, das es sich ziemlich sicher um ihren Kater handelt und sie wohne auch ganz in der Nähe, wo Eddy gefunden wurde. Sie schickte auch Bilder von einem proper aussehenden Kater, der Eddy durchaus ähnlich sah. Es sei nicht so lange her, wo sie die Bilder aufgenommen hatte. Die Chip-Nr. wollte (oder konnte) die Frau jedoch nicht nennen.

Die WhatsApp Unterhaltung ging tagelang hin- und her, weil Frau Schmitz erklärte, dass Kosten entstanden seien, sowohl für Futter als auch für den Tierarzt. Den genauen Betrag für den Tierarzt konnte sie zu dem Zeitpunkt nicht nennen, weil noch keine Rechnungsstellung erfolgt war. Aber für die Zeit des Aufenthalts waren ca. 200 € angefallen, und für einige Tage dürfe er noch bei uns bleiben, ohne dass sie dafür zahlen müsse.

Die Dame forderte immer wieder den genauen Betrag und drängte vehement darauf ihren Kater abholen zu können. Für die Futterkosten kämen sie  auf. Erst als Frau Schmitz am nächsten Tag den Tierarzt mit ca. 700€ beziffern konnte, herrschte erstmal Schweigen.

Danach kam es zu einem Telefonat, in dem die Frau sich weigerte, wie schon per WhatsApp, ihren Namen und ihre Adresse zu nennen, trotz der Erläuterung von Frau Schmitz, dass wir eine offizielle Tierschutzorganisation sind, die wie ein Tierheim handeln muss. Heißt, sie benötigt die Halterdaten bei der Erfassung zurückgefundener Haustiere, und der Datenschutz greift da sowieso.

Weiterhin war die Frau der Ansicht, da Eddy ja schon so alt (tatsächlich 15) und krank wäre, sei er zum Sterben fortgegangen, irgendwo aufs Feld. So sei das eben. Sie haben ihn deshalb auch nicht gesucht.

Zwischendurch schaltete sich der Vater der Frau ein, im gleichen WhatsApp chat.

Zusammenfassend regte er sich fürchterlich auf, erklärte uns für verrückt und er würde die Tierarztkosten keinesfalls zahlen. Er traf auch die Aussage, dass er die tierärztliche Behandlung nicht in Auftrag gegeben habe, also auch nicht verpflichtet sei zu zahlen. Hier die Kurzversion seiner weiteren, per WhatsApp gesendeten Litanei an Rechtstext, in der er erläuterte, dass per Gesetz die Kommune für entstandene Tierarztkosten im Fall von herrenlosen Katzen aufkommen müsse. So würde er das jetzt handhaben wollen. Die Futterkosten zahle er.

Wir haben es schriftlich: Der Gesetzestext gilt für Bremen! Da mag es ja so sein, lieber Herr. Aber leider nicht bei uns. Ja, wir sind ja sogar VERPFLICHTET Tieren in Not zu helfen, und sie, wie im Fall von Eddy, wenn es offensichtlich nötig ist auch zum Tierarzt zu bringen! Und müssen dann auch die Rechnung zahlen und es gibt genau Nix von der Stadt!

Und überhaupt: Wie? Was? Herrenlos? Also, da bleibt einem doch echt die Spucke weg!

Frau Schmitz Aufforderung, nur gegen den Ausgleich aller entstanden Kosten Eddy zurückzugeben, wurde dann unter anderem mit „Erpressung“ tituliert.

Hier endete die Konversation.

Abgesehen von der ganzen Art der Kommunikation und der völligen Verständnislosigkeit dieser Leute ist die Herzlosigkeit gegenüber ihres eigenen, ja wohl eigentlich geliebten Tieres in unseren Augen einfach GRENZENLOS. Nicht nur, dass ein 15-jähriger Freigänger nicht in einem solchen Zustand sein muss, wenn ihn zuvor mal ein Tierarzt zwecks Kontrolluntersuchungen für eher kleineres Geld zu Gesicht bekommen hätte. Eddy hätte mit Medikamenten sicher noch lange gelebt. Auch sein Tier einfach draußen seinem Schicksal zu überlassen! Was habt ihr denn da so gefühlt, ihr komischen Menschen?

Aber am Ende können wir sogar froh sein, dass die Leute das Geld nicht herausrückten, denn wir alle wissen ja, wo Eddy dann einsam sterbend gelandet wäre. Bei uns hatte er wenigstens noch drei umsorgte Wochen.

Bitte helfen Sie uns mit Ihrer Spende die Kosten für Eddy aufzufangen!