Einsatz beim KIT Oststadt: Ein kleines Vorweihnachtswunder

Am 1.12. erreichte uns ein Anruf, dass auf dem Gelände des KIT eine Katzenmama ihre 4 kleinen Babys in einem Kies-Silo abgelegt hatte.

 


Wera Schmitz und Angela packten schnell einige Sachen, u.a. Futter, eine Umsetzbox mit einem warmen Bettfläschchen, Lammfelldeckchen für die Babys sowie eine Lebendfalle für die Mama ein und fuhren los.
Vor Ort kletterte Angela in das Silo und hatte einige Mühe, sich in dem ständig nachrutschenden Kies zu bewegen. Sie musste zwei 2 Meter an Höhe überwinden! Dort, wo sich die etwa erst 8 Tage alten Babys befanden, stellte sie die Lebendfalle auf und nun hieß es, auf die Mama zu warten. Aber nichts geschah, sie tauchte nicht auf.
Dummerweise wird das KIT-Gelände nun immer von 18 Uhr bis zum nächsten Morgen komplett abgeschlossen. So blieb nichts anderes übrig, als die Lebendfalle wieder einzupacken, denn falls die Mama reinging, könnten wir sie erst nach Öffnung des Geländes daraus befreien – das war keine Option. So stellten wir viel Futter neben die Kleinen in der Hoffnung, dass die Mama nach ihren Kleinen schaut und auch selbst etwas fressen kann.

Am nächsten Morgen stellten wir fest, dass zwar alles Futter weggeputzt war, die Katzenmutter jedoch eines der Kleinen weggetragen hatte. Katzenmütter tun das oft, wenn sie Gefahr wittern und schleppen ihre Jungen einzeln an einen anderen Ort! Also war es nun an der Zeit zu handeln!
Die einzige Möglichkeit war, die Lebendfalle erneut aufzustellen und zum Glück bekamen wir nun auch einen Schlüssel für das Gelände. So konnten wir auch in der Nacht nach der Lebendfalle schauen. Die Mama ging dann schon am späten Nachmittag in die Falle und sofort nahmen wir die drei Babys mitsamt der Mama mit nach Hause. Wir hatten aber ein sehr ungutes Gefühl, denn wir wussten ja, dass sich eines der Winzlinge noch ganz alleine irgendwo da draußen befand und neben der Kälte auch der Hungertod drohte. Wo war es nur!?
Frau Schmitz beschloss erneut dort hinzufahren, wenn Feierabend auf dem Gelände und alles ganz ruhig war. Ein befreundetes Pärchen, Cornelia und Alexander, schlossen sich der nun etwas größeren Suchaktion an - die Suche nach der Stecknadel im Heuhaufen sozusagen! Alle verteilten sich und inspizierten die Garagen, die sich in ca. 100 Meter Entfernung vom Kies-Silo befanden.
Irgendwann hörte Cornelia ein leises Piensen aus einer Doppelgarage. Wir schauten in die erste Garage, aber es war nichts zu sehen. In der zweiten Garage hörten wir wieder ein Piensen. Zum Glück rief das Kleine nach seiner Mama, denn in Anbetracht des vollgestellten Raums wäre das Kleine so ohne Weiteres nicht zu finden gewesen. Und Babys haben die Eigenschaft ganz still zu sein, wenn die Mama nicht da ist und sie Menschen oder Geräusche hören.
Es saß dann im hintersten Eckchen auf einem Laubhaufen und schnell brachten wir das kleine Wunder in die warme Box in unserer Station zu ihrer Mama und ihren Geschwisterchen. Nun sind alle wieder vereint und die Mama frisst wie ein Scheunendrescher. Sie ist glücklich, im Warmen zu sein und so gutes Futter zu bekommen. Und wir sind glücklich, dass wir 4 Kätzchen samt Mama retten konnten. Solch schöne Erlebnisse geben uns wieder einmal Motivation weiter zu machen.
Wir danken dem aufmerksamen Mitarbeiter des KIT für die Meldung bei uns und auch für die vertrauensvolle Überlassung des Schlüssels, der für den Erfolg, das Baby schnell zu finden, ausschlaggebend war. Er hat das Ganze als Weihnachtswunder bezeichnet, so sehen wir das auch! Ein Großes Dankeschön geht auch an die Helfer, die trotz Kälte stundenlang mitgeholfen haben!