Abschied von Opa Albert

Vergangene Woche mussten wir schweren Herzens unseren ältesten und langjährigsten Stationsbewohner gehen lassen.

 

"Opa Albert", der freundliche, gutmütige schwarze Kater erlitt ein akutes Nieren-/Organversagen und musste von unserer Tierärztin erlöst werden. Er war wie kaum eine andere Samtpfote ein Symbol und "Aushängeschild" für die Katzenhilfe.

2009 kam Albert im Alter von 8 Jahren als relativ wilder Kater in die Station, wurde aber mit der Zeit wesentlich ruhiger, öffnete sich den Menschen gegenüber und übte v.a. eine ganz besondere Anziehungskraft auf viele (vor allem weibliche) Artgenossen aus. Wohl jedem Helfer und auch vielen der Stationsbesucher wurde schon warm ums Herz, wenn sich die "Damen" (z.B. Tilda, Jana, Jane, Nadja, Lioba oder Mira) geradzu um ihn scharten, wenn er zu einem Spaziergang aufbrach oder sofort zur Stelle waren, wenn er nach ihnen rief. Die Ruhe und Gemütlichkeit, die von ihm ausging, übertrug sich auch auf seine Mitbewohner, erleichterte uns den Zugang zu ihnen und machte so die Zähmung mancher schwierigen Fälle erst möglich. Die ursprünglich sehr scheue Nadja ist ein gutes Beispiel; durch Albert lernte sie Vertrauen zu uns zu fassen und wurde rasch zahm.

Mit fortschreitendem Alter mehrten sich den vergangenen Jahren natürlich die "Wehwehchen". Albert überstand tapfer einen Ohrpolyp, hartnäckige Erkältungen und kam auch mit seiner altersbedingten Erblindung immer noch sehr gut in der Station zurecht. Seine Streicheleinheiten genoss er ebenso und war immer - wenn auch etwas steif in den Gelenken - noch recht rüstig. Seine vielen Freundinnen waren bis zuletzt immer hilfsbereit an seiner Seite, begleiteten ihn auf den Toiletten- und Spaziergängen und umsorgten ihn rührend, wie  z.B. Jana.

Auch wenn dieser ganz besondere Kater, der aus dem Stationsleben eigentlich nicht wegzudenken war, eine sehr große Lücke hinterlassen wird, sind wir bei aller Trauer dankbar, dass er 18 Jahre alt werden durfte und in seinen über 10 Jahren bei uns maßgeblich mitgeholfen hat, zahlreiche "wilde" und scheue Artgenossinnen und Artgenossen zu sozialisieren und für menschlichen Kontakt empfänglich zu machen.

Er lebt weiter: In unseren Herzen, in den Erinnerungen, die jeder von uns an ihn hat, in seinem großen "Harem", der ebenfalls Zeit brauchen wird, um diesen immensen Verlust zu verarbeiten, und letztlich auch in denjenigen Katzen, die dank seiner einzigartigen Ausstrahlung zutraulich(er) geworden sind.

Danke Albert, Du wirst immer unvergessen bleiben!

Einige schöne Erinnerungsmomente haben wir für alle, die Albert kannten und liebten und für diejenigen, die leider nicht das Glück hatten, ihn kennenzulernen, zusammengestellt: