Uns liegen alle Tiere am Herzen

Nichtsdestotrotz - oder gerade deshalb - möchten wir aber aus gegebenem Anlass auf ein immer wiederkehrendes Thema hinweisen!

 

Mit Beginn der Ferienzeit zieht es viele Menschen in fremde Gefilde. Gerade in süd- oder osteuropäischen Ländern bekommt man im Urlaub auch oft Bilder zu sehen, die die Idylle und Entspannung trüben: Das Leid der Straßenkatzen (und natürlich auch -hunde) ist vielerorts sehr öffentlich sichtbar - ebenso auch der Umgang mit bzw. das Verhältnis der Menschen zu den Tieren. Und wenn ein abgemagertes, krankes und schwaches Straßenkätzchen einem maunzend hinterherläuft, man Misshandlungen mitbekommt oder die Zustände in manchen "Tierheimen" sieht, zerreißt es manchem Erholungssuchenden schier das Herz und man möchte natürlich helfen und retten, was zu retten ist. Dass das Spiel mit der Tränendrüse mitunter auch von findigen Geschäftemachern genutzt wird, die Touristen Tiere mit dem Hinweis anbieten, sie würden andernfalls "entsorgt" oder man den Menschen anderweitig ein schlechtes Gewissen wegen unterlassener Hilfeleistung einzureden versucht, indem man die Vierbeiner in armseligen Käfigen vor sich hinvegetieren lässt, kommt leider auch vor.

In manchem Urlauber erwacht dann der Tierschützer: Es werden möglichst viele Tiere "freigekauft" oder gerettet und mitgenommen. So weit, so gut. Würde die Geschicht nun so weitergehen, dass sich diese engagierten Menschen nun um die ärztliche Versorgung kümmern und ihrer Fellnase ein schönes, adäquates Zuhause auf Lebenszeit geben, wären wir auch alle überglücklich. Die Realität sieht aber leider oftmals anders aus: Nachdem wieder der Alltag eingekehrt oder die erste Euphorie verfolgen ist (Tiere machen schließlich Arbeit, kosten Geld und reagieren/entwickeln sich nicht immer so, wie man es erwartet), landen diese "Importe" sehr schnell in den - meist bereits völlig überfüllten - deutschen Tierheimen. In günstigen Fällen erfolgt die Abgabe zumindest noch nach vorheriger Kontaktaufnahme, häufig aber auch anonym in Form eines Kartons vor der Tür oder sogar unmittelbar nach der Rückkehr aus dem Urlaub, denn man hat ja jetzt schließlich seine gute Tat vollbracht und um den Rest soll sich doch bitte gefälligst jemand anderes kümmern.

Wir sind nicht prinzipiell gegen solche "Rettungsaktionen". Wir halten es aber - auch den Tieren, um die es ja eigentlich gehen sollte, gegenüber - für unverantwortlich, sich spontan für so ein "Urlaubsmitbringsel" zu entscheiden, ohne die anschließende Versorgung gewährleisten zu können. Und Versorgung bedeutet eben NICHT Abgabe in einem Tierheim. Wenn jemand bspw. schon vor dem Urlaub im Freundes- und Bekanntenkreis diese Thematik ausführlich erörtert hat und sichergestellt ist, dass jemand, der dem Tier ein dauerhaftes artgerechtes Zuhause bieten und auch für die Kosten aufkommen kann, spricht nichts dagegen. Ebenso, wenn man das Tier selbst behalten möchte und die passenden Rahmenbedingungen gegeben sind. Daher sollte sich jeder schon deutlich VOR der Reise Gedanken darüber machen, wie er mit solchen Situationen umgeht. Auch gibt es (seriöse) Organisationen, die sich um die Vermittlung von Tieren aus dem Ausland kümmern, mit entsprechend geprüften Tierheimen vor Ort zusammenarbeiten und z.B. auch sicherstellen, dass die Tiere zuvor dahingehend durchgecheckt werden, ob sie die Strapazen einer Flugreise überhaupt überstehen etc.
Wir wissen, dass es Zeit kostet, sich mit der Materie zu befassen und dass man auch nicht immer zu 100% rational entscheidet. Es ist in unseren Augen aber alles andere als verantwortungsvoll gegenüber den Tieren und denen, die sich hierzulande jeden Tag um die unzähligen Fellnasen in Not kümmern und versuchen, sie bestmöglich zu versorgen und in ein Für-Immer-Zuhause zuvermitteln, aus falsch verstandener Tierliebe ohne Nachzudenken Tiere "einzusammeln" und sie hier dann zu den Vereinen und Tierheimen abzuschieben.

Wer glaubt, dass es bei uns keine notleidenden Tiere oder Straßenkatzen gibt, ist herzlich eingeladen, sich bei einem Besuch in unserer Station selbst ein Bild davon zu machen (ebenso wie von den Problemen und Kosten, mit denen wir tagtäglich konfrontiert sind). Auch unsere Kollegen von Katzenstimme Rheinstetten, Katzenschutzverein Karlsruhe e.V. oder StreunerKatzen Bruchsal und Umland e.V. können davon sicherlich ein Lied singen, genauso wie die Vereine, die sich um Hunde kümmern.

Behaltet das bitte im - hoffentlich erholsamen und entspannenden - Urlaub im Gedächtnis. Danke für Euer Verständnis!