Und dann...? Warum Vorsorge für den Tag X wichtig ist

Es sind zwei Themen, mit dem sich wohl niemand gerne auseinandersetzt und das die meisten von uns gerne ausblenden würden: Pflegebedürftigkeit und das eigene Ableben.

 

Das geht auch Tierhaltern nicht anders. Dennoch ist es auch und gerade, wenn man mit einem tierischen Hausgenossen zusammenlebt, enorm wichtig, verantwortungsvoll für den Fall der Fälle bzw. den "Tag X" vorzusorgen.

Immer wieder sind wir als Tierschutzverein mit "hinterbliebenen" Samtpfoten konfrontiert, die bei uns abgegeben werden, nachdem der Halter verstarb, ins Pflegeheim kam oder sich aufgrund schwerer Erkrankung/Pflegebedürftigkeit/Unfall nicht mehr um seine Tiere kümmern konnte.

Aktuell haben wir 10 (!) solche Fälle - allesamt Katzen im Alter von 10 Jahren aufwärts. Für diese Tiere ist es im Tierheim häufig besonders schwer. Sie trauern nicht nur um ihre Bezugsperson, sie verstehen oft auch die Welt einfach nicht mehr, wenn sie nach über 10 Jahren abrupt aus ihrem gewohnten Lebensumfeld herausgerissen werden und sich auf einmal Zuwendung, Aufmerksamkeit, Wohnraum und Futter mit wildfremden Artgenossen teilen sollen. Die Reaktionen hierauf sind unterschiedlich: Die einen ziehen sich in sich zurück, leiden still vor sich hin oder verweigern die Nahrungsaufnahme, andere reagieren aggressiv und sehen in ihren zwei- und vierbeinigen ungewohnten "Mitbewohnern" die Ursache ihrer Misere. Stress und Trauer können sich - über längere Zeit - natürlich auch negativ auf den Gesundheitszustand auswirken.

Um dies möglichst zu verhindern, sollte sich jeder verantwortungsvolle Tierhalter Gedanken darüber machen, was in solchen Fällen mit den Tieren passiert und Vorkehrungen für deren Versorgung treffen.

Viele verlassen sich hier einfach auf die Erben bzw. Verwandtschaft. "Leider", muss man sagen. Denn in unserer langjährigen Erfahrung haben wir auch immer wieder erleben müssen, wie - vor allem Katzen - von den Erben nach Übernahme des Hauses oder der Wohnung einfach vor die Tür gesetzt wurden. Nicht gekennzeichnete/registrierte Tiere können nur schwer zugeordnet werden und es herrscht leider immer noch häufig das Vorurteil, dass (auch Haus-) Katzen sich in "Freiheit" problemlos zurechtfinden und überleben können. Auch etliche Fälle von betagten Stubentigern, die eingeschläfert werden sollten, da sich die Angehörigen der Halter nicht um sie kümmern oder die Kosten für die medizinische Behandlung (die mit zunehmendem Alter nunmal auftreten können) nicht bezahlen wollten, sind schon bei uns gelandet.

Selbstverständlich können wir keine Rechtsberatung geben. Wir empfehlen aber jedem Tierhalter, abzuklären (und möglichst auch schriftlich/vertraglich festzuhalten), wem er im Fall der Fälle seine Tiere anvertraut und sich hierzu gegebenenfalls juristisch/notariell beraten zu lassen. Im Testament und/oder einer Patientenverfügung kann beispielsweise festgelegt werden, dass ein bestimmter Teil des Vermögens für die Versorgung der Tiere (Futter, Streu, Arztkosten, sowie ggf. auch Unterbringung) verwendet werden muss. Ebenfalls ist es möglich, die Tierschutzorganisation seines Vertrauens direkt zu benennen und z.B. im Testament mit einer bestimmten Summe zu bedenken oder zu verfügen, dass die Tiere - sollte sich keine andere adäquate Möglichkeit finden - verbunden mit einer entsprechenden Spende zur Kostendeckung zunächst dort untergebracht, verpflegt und dann in ein neues Zuhause vermittelt werden.

Bitte lassen Sie sich das durch den Kopf gehen und treffen Sie - im Interesse Ihrer Tiere - Vorsorgemaßnahmen!