Bravo, Schleswig-Holstein!

Mit Freude lasen wir die Pressemitteilung, die beim deutschen Tierschutzbund ausgegeben wurde:
Schleswig-Holstein führt ab 01. Juli 2026 die landesweite Kastrationspflicht ein.
Warum wir uns so freuen, obwohl die Kastrationspflicht in Karlsruhe schon seit 1.1.2026 bei uns in Kraft getreten ist?
Viele von Euch wissen vielleicht nicht, dass die Rechtslage in Deutschland auf dem § 13b Tierschutzgesetz beruht (in Bad.-Württemberg seit 2013). Dieser erlaubt es den Ländern bzw. Städten und Gemeinden zwar Katzenschutzverordnungen zu erlassen, müssen sie aber nicht.
Die bereits ca. 3.300 Gemeinden in Deutschland, die eine Verordnung eingeführt haben, sehen eine Kombination aus Kastrations-, Kennzeichnungs- und Registrierungspflicht vor. So wie bei uns in Karlsruhe.
In Deutschland gibt es bis zu 10.800 Gemeinden. Die Zahl von nur etwa 31% aller Gemeinden ist aber in Anbetracht der Realsituation viel zu niedrig. Allerdings leben viele Menschen in den größeren Städten, die bereits eine Katzenschutzverordnung haben. Der Anteil der Bevölkerung, die in einem Gebiet mit Kastrationspflicht lebt, dürfte daher deutlich höher liegen als 31%. Die Kommunenzahl allein bildet also die tatsächliche Reichweite der Regelungen nur eingeschränkt ab.
Statistik hilft hier wirklich wenig, und es gibt etliche Haken.
Schauen wir mal auf den Landkreis Karlsruhe. (Also nicht auf den Stadtkreis KA, für den die Karlsruher Verordnung gilt). Unser Landkreis hat 32 Städte und Gemeinden. Bis dato hat nur Rheinstetten die Einführung beschlossen. 31 Gemeinden ohne Verordnung, die knapp um Karlsruhe beginnen!
Die meisten Babys kommen auch nicht aus dem Stadtgebiet, sondern genau aus diesem Karlsruher Landkreis, wo sich unkastrierte Freigänger unter den Augen der Menschen lustig weiter vermehren. Und die Mamas ihre Babys elendig in Gärten, Parks oder sonstwo gebären müssen. Die Flut ist unendlich und es ist schier unerträglich für uns, wenn sie krank sind. Sehr kostspielig alles, bei so vielen das Leben zu erhalten. Und es werden immer mehr!! Der größte Schmerz ist, dass wir nicht alle finden/retten können.
Ähnlich in Pforzheim. Die Stadt hat erst seit April 2025 eine Katzenschutzverordnung, während viele Umlandgemeinden noch keine entsprechenden Regelungen besitzen. Dabei ist auch dort die Katzennot besonders groß… Wahrscheinlich wie fast überall in Deutschland.
Das was uns freut, ist die Hoffnung auf eine deutschlandweite Katzenschutzverordnung, die auch die Zuwiderhandlung hoffentlich deutlich bestraft. Denn so wie es jetzt ist, helfen die ungeregelten Verordnungen kaum gegen die viele Katzennot da draußen.
Wir danken allen deutschlandweiten Mitstreitern im Katzenschutz, die teilweise jahrelang für die Verordnungen in den Gemeinden gekämpft haben und bis heute kämpfen. Lest den Post vom Tierschutzbund auf Facebook, der fasst alles einmal gut zusammen.
Übrigens: Kastration macht Eure Katzen nicht grundsätzlich dick und träge, nur gelassener, und ohne den Sexualstress bleiben sie Euch viel länger gesund erhalten! In diesem Artikel erfahrt ihr mehr über die Kastration bei Katzen.