Gute Reise, Zorro und Gizmo

Wir trauern mit Petra und ihrer Familie, die einst Gizmo (ehemals Ludwig) als Kumpel für ihren Kater Zorro von der Katzenhilfe aufnahmen. Zorro und Gizmo sind beide leider vor einiger Zeit über die Regenbogenbrücke gegangen, und wir wollen den beiden, so innig geliebten Katern gerne gedenken.
Petra hat die ganze Geschichte aufgeschrieben:
”Als wir uns im Mai 2012 auf die Suche nach einem Spielkameraden für unseren schwarzen Kater Zorro machten, waren wir völlig unvoreingenommen, was Geschlecht oder Fellzeichnung betrifft. Uns war nur eines klar: Unser neues Familienmitglied muss Temperament haben. Denn Zorro war ein kleiner Eigenbrötler, der lieber schlief und essen wollte, als zu spielen und zu toben.
So machten wir uns auf den Weg zur Katzenhilfe.
Wir schauten uns um, da entdeckte mein Mann einen rot-weißen Kater, der alleine lag. Frau Schmitz wendete zwar ein, dass Ludwig zwar temperamentvoll sei, sich beim Füttern aber immer vordrängelt und einem Streit nicht unbedingt aus dem Weg geht. Vllt. nicht so geeignet als Zweitkater.
Mein Mann durfte Ludwig auf den Arm nehmen und lief mit ihm fast eine Stunde in der Station der Katzenhilfe herum. Da war unsere Entscheidung gefallen, es gerne mit der Aufnahme von Ludwig zu versuchen.
Als ihn Frau Schmitz ein paar Tage später zu uns brachte, versicherte sie, wenn er nicht mit unserem Kater harmoniert, können wir Ludwig wieder zur Katzenhilfe zurückbringen. Doch wir waren uns sicher, dass es klappen würde.
Ich erinnere mich noch genau, als Frau Schmitz die Box von Ludwig öffnete: Er kam stolz und mit aufrecht gestelltem Schwanz aus der Box, schaute sich gleich neugierig überall um, fraß gleich vom bereitgestellten Futter… man hätte meinen können, er wohnt schon immer bei uns.
Als Frau Schmitz dann ging, zeigten wir Gizmo, wie wir Ludwig ab sofort nannten, die Wohnung … und mit einem Sprung saß er auf unserem Bett. Das schien gemütlich zu sein, denn er schlief zufrieden ein.

Erst am nächsten Tag machte er Bekanntschaft mir Zorro. Dass es niemals die große Liebe werden würde, war uns fast klar. Die beiden gingen sich in den folgenden Wochen aus dem Weg, und wenn sie sich mal kappelten, dann nie so, dass einer ernsthafte oder blutende Wunden davon trug. Gizmo unterwarf sich meist im Kampf unserem Zorro. Und Zorro? Der schaute fragend, weil er nicht so recht wusste was das eigentlich soll. Kampfspuren gab es manchmal nur bei Gismos Freigängen, so dass manchmal auch ein Trichter nötig war.

Gizmo liebte seinen Freigang. So war es auch gewohnt, als er seinerzeit von der Katzenhilfe im Industriegebiet Eggenstein gefunden wurde. Natürlich brachte er uns allerlei Beute mit nach Hause. Maus, Marder, Maulwurf, ein kleiner Vogel… Schließlich waren dies, laut Aussage unseres Tierarztes, ein Zeichen seiner Liebe und Zuneigung.
So vergingen die Jahre mit Zorro und Gizmo – und wir liebten das Leben mit den beiden.
Im März 2023 mussten wir schweren Herzens unseren Zorro über die Regenbogenbrücke gehen lassen. Niereninsuffizienz, Herzfehler, er wollte nicht mehr fressen – er zeigte uns, dass er nicht mehr kann. 🙁
Ob Gizmo seinerzeit getrauert hat, kann ich nicht sagen. Er respektierte auf jeden Fall den Platz von Zorro neben mir auf der Couch. Dort wollte er sich partout nicht hinlegen.
So lebte Gizmo fortan als Einzelkatze, genoss seinen Freigang genauso wie sein sicheres, liebevolles Zuhause. Bis Ende Oktober 2024.
Als er von einem seiner Streifzüge nach Hause kam, entdeckte ich eine Blutung in der Iris im rechten Auge. Ich machte mich mit ihm gleich auf den Weg zum Tierarzt. Nach Blutabnahme und sonstiger Augenuntersuchungen ging der Tierarzt von einer Augenhautentzündung aus. Und als Augentropfen und Augensalbe zu einem völligen Rückgang der Blutung führten, waren wir uns sicher, dass Gizmo wieder gesund war und wir Ende November für zwei Wochen beruhigt in den Urlaub fliegen könnten.
Doch leider war das ein Irrtum. Kurz nach unserem Abflug, schickte unsere Tochter die Nachricht, dass das Ganze wieder angefangen hat. Nach meiner Rückkehr Mitte Dezember und auf Anraten des Tierarztes folgte nun ein Ultraschall. Ich sah dem Tierarzt während der Untersuchung an, dass irgend etwas im Inneren von Gizmo nicht stimmte. Er erklärte mir, dass er eine Gewebeprobe vom vergrößerten Lymphknoten entnehmen und seine Kollegin den heute noch untersuchen würde. Sein Verdacht: Lymphdrüsenkrebs. Die vergrößerte Leber und auch die veränderte Darmstruktur waren weitere Indizien für seinen Verdacht. Abends bekam ich dann den Anruf vom Tierarzt, in dem er mir seinen Verdacht bestätigte. Lebenserwartung: maximal ein halbes Jahr.
Das Weihnachtsfest 2024 war ein sehr trauriges Fest für uns, denn uns war klar, dass dies das letzte mit Gizmo sein würde. Ihm zuliebe gab es noch mal einen Tannenbaum, denn er liebte es, darunter zu liegen. Das war in den vergangenen Jahren schon immer so. In den Tagen danach merkte man Gizmo an, dass er spürte dass unser gemeinsamer Weg bald zu Ende sein wird. Er versteckte sich immer mehr, wenn er draußen war. Auch auf Zurufen reagierte er nicht mehr.
Als er am 8. Januar das Essen verweigerte, fuhr ich direkt mit ihm zum Tierarzt. Der Krebs hatte bereits die Mundschleimhaut angegriffen. Wir vereinbarten mit dem Tierarzt, dass wir noch einen Versuch wagen möchten und mit entsprechenden Medikamenten versuchen den Appetit anzuregen.
Doch als dies auch keinen Erfolg zeigte, ließen wir ihn am 9. Januar 2025 in Würde gehen.
Es war, wie auch bei Zorro, ein furchtbarer Schmerz, der bis zum heutigen Tag nicht weg ist. Aber wir haben aus Liebe zu ihm gehandelt. Er hat es verdient, dass er nicht mehr leiden muss und sanft für immer einschlafen darf.
In den Herzen unserer Familie wird er immer einen Platz haben, genau wie Zorro.”

Die Geschichte endet hier aber nicht!
„Erst wollten wir keine neue Katze mehr, weil der Schmerz eben so groß war … der Abschied von Gizmo, nachdem wir im März 2023 unseren Kater Zorro gehen lassen mussten… aber irgendwie sind wir halt Katzeneltern 😉 Zorro und Gizmo bleiben unvergessen – auch wenn Diego und Sancho (adoptiert von Euch) jetzt zur Familie gehören. Aber Diego und Sancho haben sehr geholfen, den Schmerz über den Verlust ein bisschen leichter zu machen.“
Danke, Petra und Familie für die bewegende Geschichte und die viele Liebe und Fürsorge für Eure Katzen!