Wir trauern sehr um die kleine Kathy

Abschiede sind nie leicht – auch und gerade dann nicht, wenn sie einen plötzlich treffen. Unser Helfer Frank hatte ein ganz besonderes Verhältnis zu der kleinen, sehr sehr scheuen Kathy und hat diesen Nachruf aufgeschrieben.

 

Gestern ist Kathy noch munter herumgerannt, um sich nach erfolgter Nahrungsaufnahme schnell wieder an ihren Lieblingsplatz unter dem Sofa, so ungestört von Mensch und vierbeinigen Mitbewohnern wie innerhalb der Station eben möglich, zurückzuziehen, heute Morgen dann die Schocknachricht von ihrem Dahinscheiden: Von der Frühschicht leblos hinter der Kommode entdeckt… Man glaubt es nicht, will es nicht wahrhaben. Ein Katzenleben, das gerade mal 1 Jahr dauern durfte – die ersten 9 Monate auf einem Campingplatz, dort dann gefunden und im November letzten Jahres mit dem Rest ihrer Familie in die Station gebracht, mit der Hoffnung und Aussicht auf ein besseres Leben. Träume, die jetzt zerplatzt sind wie die sprichwörtliche Seifenblasen.

Ich kann mich noch an meinen „Erstkontakt“ erinnern: Im Gehege mit ihren 3 Familienmitgliedern saß sie auf dem obersten Brett, den Kopf leicht nach unten über den Rand gebeugt, ein pechschwarzes Fellknäuel in permanenter Drohhaltung, die gelben Augen einschüchternd verengt, wie eine Vampirfledermaus oder – noch treffender – der Drache aus dem „Hobbit“. Jede Annäherung, selbst der Austausch des Futternapfs oder das Reinigen des Katzenklos wurde mit bedrohlichem Fauchen quittiert und mehr als einmal wurde auch mit ausgefahrenen Krallen nach dem Napf geschlagen. Es wurde mit der Zeit etwas besser, v.a., als sie dann endlich frei in der Station herumlaufen durfte. Ihr Misstrauen hat sie jedoch behalten und sich für die relative Abgeschiedenheit entschieden, die ihr ihr „Versteck“ geboten hat. Mit mehr Zeit und viel Geduld hätten wir es vielleicht geschafft, aus ihr eine Vermittlungskandidatin zu machen, die irgendwann dann ein Zuhause ganz für sich hätte bekommen können. Wäre sie nicht so scheu und zurückhaltend gewesen, dass man sie ohnehin nur selten zu Gesicht bekommt, vielleicht hätte man auch gemerkt (sofern sich das überhaupt geäußert hätte), dass etwas mit ihr nicht stimmt. Vielleicht hat sie es aber selbst auch gar nicht gespürt und musste auch nicht leiden, sondern ist einfach eingeschlafen und nicht mehr aufgewacht.

Ungeachtet aller wenns & abers bleibt die – traurige – Erkenntnis, dass manche Katzen leider keine 7 (oder gar 9) Leben haben und dass es manche Schützlinge einfach nicht schaffen; egal, wie sehr man sich bemüht und wie gut die Chancen vermeintlich stehen. Weitergehen muss es trotzdem, aber auch diese (oft wie in diesem Fall viel zu früh) von uns gegangenen Vierbeiner bleiben in unseren Herzen und unserer Erinnerung und sind jetzt hoffentlich in einer besseren Welt, in der sie einen stets gefüllten Napf, ein immer angenehm warmes und flauschiges Kuschelplätzchen und viele Spielkameraden um sich haben.

Mach’s gut „Smaug“ – und grüß‘ die anderen… :-(

Danke, Frank! 

02.2017