Hallo, ich bin Andy

Die Geschichte eines Katers

Andy ist ein wahrer Schmusekater (Januar 2017)

Ich bin eine Katze, die vom Camping gerettet wurde - da war ich noch ein kleiner Wicht. Wir waren 35. Wir wurden von meiner Retterin und zwei Familien gerettet, letztes Jahr war das, vor dem kalten Winter. Alle meine Geschwister Cousins und Cousinen haben ein tolles zu Hause gefunden. Ich war auch schon auf dem besten Weg dazu. Aber es kam leider alles anders.

Irgend jemand hat mich wohl auf dem Camping nicht leiden können und hat mich mit einem Spaten als kleiner Wicht traktiert. Und auf dem Rücken getroffen. Das wäre alles nicht so schlimm gewesen, wenn ich nicht eines Tages auch noch dummerweise beim Toben schnell durch die Tür gehuscht wäre. Irgendwie hab ich das gar nicht gemerkt - mein Schwanz wurde eingeklemmt, und ab da bekam ich Probleme. Ich war nämlich in der Katzenhilfe Karlsruhe zur Vermittlung gelistet und hatte sogar schon eine tolle Familie in Aussicht. Tja, was soll ich sagen - dieser Schlag von früher und meine Toberei. Ich bekam einen Schwanzabriss, und damit fingen meine Probleme an. 

Andy ist immer gerne in Menschens Nähe (Januar 2017)

Nicht vermittelbar nennt sich das. Toll oder? Der Schwanz hing an mir runter wie, als ob er nicht mehr zu mir gehörte, und ich hatte pausenlos Durchfall. Der frühere Schlag und der kurz eingeklemmte Schwanz haben wohl irgend so eine Lähmung verursacht, so dass ich obendrauf noch Probleme mit dem Schließmuskel bekam. 

Tja, ihr Menschen, man kennt das bei euch wohl auch - ist so eine Art Querschnittslähmung, nur dass ich noch laufen kann (und immer konnte). Also war es Essig mit einer Familie für mich.

Meine Retterin hat mich zurück genommen und ist mit mir zusammen durch dick und dünn gegangen und sagen wir mal, fast verzweifelt mit meinem ewigen Durchfall. Durchfall Durchfall Durchfall - furchtbar war das auch für mich. Nirgendwo konnte ich hin ohne, dass gleich ein Klo in der Nähe stand. Und selbst das habe ich manchmal nicht rechtzeitig erreicht.

Kater Andy hat leider nur noch ein halbes Schwänzchen (Januar 2017)

Mir ging es Sch.. und mein Vertrauen zu den Menschen war auch im Eimer. Aber meine Retterin. Mensch, die hat nicht aufgegeben, obwohl ich sie angeknurrt und mir geschworen habe niemanden mehr an mich ran zu lassen. Die hat aber nicht locker gelassen. Und. Irgendwann. Ich hab gesehen was ich für Arbeit mache. 

Ein Berg Wäsche hat die nur wegen mir gehabt, jeden Tag. Man riet von allen Seiten mich einzuschläfern. Das hat mich dann doch alarmiert. 

Also wirklich. Ich bin meiner Retterin sehr dankbar, dass sie meine Zeichen verstanden hat. Ich habe versucht nur auf den für mich vorbereiteten Deckchen zu liegen, habe angefangen mich streicheln zu lassen. Irgendwas musst ich doch tun und zeigen. Und dann haben wir gemeinsam gekämpft und an Medizin und Naturprodukten getestet was der Markt hergibt. Und ich hab wacker alles geschluckt, was wir probiert haben und mir helfen könnte. Was soll ich euch sagen. Gemeinsam haben wir einen Dreh gefunden und haben meinen Durchfall im Griff.

Andy ist eigentlich ein Kuscheltier (Januar 2017)

Ja es gibt Tage da gibt es immer Mal ein paar Probleme - die versuche ich aber weg zu schlecken und nicht zu zeigen - ist doch peinlich als fast erwachsener Kater. Tja wir haben eine Medizin gefunden- so eine Art Ergänzungsfutter aus Ei, was die Hühner ihren Küken geben. Ich schlucke es wacker- es schmeckt salzig- ist ganz ok. Bis dahin war mir aber das eine oder andere Mal schlecht von der Probiererei und ewigen Diät und Hühnchen. Buah ich konnt schon kein Huhn mehr sehen und Truthahn…  


Aber steter Tropfen höhlt den Stein- irgendwann lief es. Meinen leblosen Schwanz - ja den mussten wir auch opfern. Es hatte keinen Sinn. Ich blieb überall hängen. Retterin und Katzenhilfe haben zusammengelegt und die OP ermöglicht. Nun habe ich nur noch einen kleinen Stummel, den ich wenigstens anheben kann. Der lebt noch! Hah! Und ich auch. Ich bin ein sehr fröhlicher Kater geworden. 

Wisst ihr wie schön das ist, aufleben zu können?! Ich liebe die Kuscheleinheiten und genieße besonders den Platz am Holzofen. Ist der schön warm buahh- und die Flammen funkeln so schön- stundenlang kann ich da hocken.

Meine Retterin hat selbst Katzen und 3 Hunde. Ich verstehe mich mit allen gut. Ich bin aber eben die Nummer 7 hier und raus darf ich auch nicht, weil meine Retterin Angst hat, dass ich wieder zurück zum Camping laufe. Ist halt Katzen-Instinkt, sagt sie. Was soll ich sagen, würde ich ja nicht tun... nur mal gucken vielleicht, ein bisschen. Aber sie meint. Da sind ja eben die bösen Menschen. 

Andy und die Couchpotatoes (Januar 2017)

Aber wenn ich so vor meinem Ofen sitze und faszinierend in die Flammen schaue, fange ich an zu träumen. Hält die Welt für mich noch was Schönes bereit - eine eigene Familie vielleicht? Ich träume so vor dem Ofen und male mir so mein Leben aus. Ein Häusel mit Garten, wo ich raus kann. Das wär doch was. Eine Katze, ja wenn es nur eine ist, das wäre auch toll. Ich kuschele auch gern mit meinen Katzenfreunden, ja tue ich. Wenn es geht, sollten es nicht so viele sein wie meine Retterin hat- eine ja das geht. Das reicht. Alles andere ist Stress. Aber eine eigene Familie das wäre der absolute Super Traum. Eine eigene Familie, die ich ganz für mich alleine habe. Also unter Familie verstehe ich auch nur eine Person. Nur, dass das klar ist. Hauptsache ein menschliches Wesen mag mich. Ich darf doch träumen oder? Und wenn ich fest dran glaube dann geht mein Traum bestimmt bald in Erfüllung. Wer nimmt mich? Wer hat ein Herz für einen kleinen jungen Kater mit einem kleinen Handicap. Man muss sicherlich schon Erfahrungen haben so als Mensch, wenn man sich für mich entscheidet. Und Geduld. Ich verspreche, dass ich mich für viel Liebe, mit viel Liebe bedanke, nicht nur erkenntlich zeige, sondern richtig bedanke, jeden Tag. Aber ich gucke genau wer mich nimmt ;-) . Ich bin durchgecheckt und ansonsten kerngesund, gechipt und bestens geimpft. Und eben ein ganz lieber Kerl. Und ein hübscher, findet ihr nicht auch? Liebe Grüße Euer Andy und meldet euch recht bald. Es kommt bald das Frühjahr, es soll toll sein wenn die ganzen Blumen aufgehen- naja ein Strauß in der Wohnung, das wäre auch schon toll. ;-)

Andy lebte, so hat er es ja eben selbst erzählt, für einige Zeit in der Katzenhilfe-Station in Neureut. Wir möchten Ihnen noch mehr allerliebste Bilder zeigen, denn als Andy bei uns ankam, war er noch ein kleines, scheues Katerchen. Er blühte jedoch schnell auf, und besonders mit anderen Katzen war Andy schon damals äußerst sozial und überaus schmusig.

Andys Handycap und die damit einhergehenden Probleme sind uns noch stark in Erinnerung, und wir danken Andys Pflege-Mama sehr für Ihre aufopferungsvolle Ausdauer, Hoffnung, Geduld und liebevolle Pflege! Danke auch für die freundliche Überlassung der Geschichte!


Andy und Leonie (Januar 2016)
Der kleine Andy, noch mit seinem leblosen Schwänzchen

Andy und Frieda (März 2016)