Columbus meldet sich zum Jahresende 2016

Liebe Leser,

das Echo auf meinen Jubiläumsartikel von 2014 war ja wirklich sehr positiv. Aber es hat wohl niemand ernsthaft bezweifelt, daß ich sowas kann, oder?

columbus auf dem katzenhilfe basar

Meine Kolumne vor zwei Jahren hat nicht nur wegen meines tollen Äußeren Aufsehen erregt, auch mein journalistisches Talent wurde sofort erkannt. Ich hatte sogar das Angebot, die Chefredaktion einer Zeitung hier in der Nähe zu übernehmen. Wir sind uns schnell einig geworden – das Angebot war überwältigend. Nur in einem Punkt konnten wir keine Übereinstimmung erzielen: Ich bin ganz selbstverständlich davon ausgegangen, daß jedes niveauvolle Blatt so wie der „Tierschutzbote“ zweimal im Jahr erscheint. Die wollten aber nicht davon abgehen, daß ihre Zeitung sechsmal pro Woche herauskommt. Also nein: Meine Ruhezeiten und die regelmäßigen Mahlzeiten sind mir heilig. Ich habe die Verhandlungen sofort abgebrochen und bin reumütig in die Redaktion des „Tierschutzboten“ zurückgekehrt. Ich bleibe Euch also erhalten, auch wenn ich erstmal ein zweijähriges „Sabbatical“ einlegen musste nach dem anstrengenden Hin und Her. Zwei Artikel pro Jahr sind aber o.k. Vielleicht sollte ich in einer meiner nächsten Kolumnen mal was über „Entspannungstechniken“ schreiben. Da kenne ich mich bestens aus.

Auch bei den Tierschutznachrichten bleibt die Zeit nicht stehen, und wir arbeiten jetzt auch verstärkt online. Selbstverständlich muss der führende hauseigene Publizist für besondere Aufgaben ran, und diese besondere Aufgabe nennt man neudeutsch „Fundraising“. Fundraising ist in der Weihnachtszeit sehr verbreitet, weil die Fest-Vorfreude neben den Herzen auch die Geldbeutel öffnet, heißt es.

Ja, ich muß es zugeben, wir alle hier haben einen ausgesprochen gesegneten Appetit, und ich mache da keine Ausnahme. Unsere Feinschmeckermenus gibt es nicht umsonst, vom Frühstücksbuffet bis zum Betthupferl. So richtig alarmiert hat mich allerdings erst die Reaktion auf meinen Vorschlag, für unser Grandhotel einen Sternekoch zu verpflichten, der bis vor kurzem hier in der Nähe ein Restaurant hatte. „Zu teuer“, hieß es – unfaßbar! Und genau in dem Moment, als ich das erfahren habe, entstand das Foto, das mich als Maskottchen zeigt.

Daraufhin ließ ich mich mal umfassend über die finanziellen Verhältnisse informieren, um anschließend mit dem mir eigenen Einfallsreichtum das Problem kurzfristig zu lösen. Selbst ich kam dabei aber an meine Grenzen, weil alles, was mir einfiel, mit Einbußen bei meiner eigenen Lebensqualität verbunden gewesen wäre, und das geht ja nun gar nicht. Immerhin ist es mir gelungen, die Berufung zum Chef-Controller hier im Hause abzuwehren; auch dieser Job hätte sich mit der Einhaltung meiner Ruhezeiten nicht vereinbaren lassen.

Nachgerade schockiert hat mich die Höhe der Ausgaben für unsere medizinische Versorgung: Obwohl auch hier viel unentgeltliche Arbeit geleistet wird – auch von Ärzten –, sind die Kosten enorm, im vergangenen Jahr waren es über 100.000 Euro! Nachdem ich selber langsam, aber sicher in ein Alter komme, in dem man mit Krankheiten rechnen muß, sind mir Dinge wie Chefarztbehandlung und Einzelzimmer bei stationärer Behandlung mittlerweile doch ziemlich wichtig; in jüngeren Jahren denkt man an so etwas ja eher nicht.

Also, liebe Leser: Geben Sie Ihrem Herzen, Ihrer EC-Karte oder Ihrem Online-Banking-Gerät einen Stoß und tragen Sie dazu bei, daß die „Katzenhilfe Karlsruhe“ auch in Zukunft ihre Aufgabe erfüllen kann. Werden Sie Mitglied oder leisten Sie einen anderen Beitrag. Sie können auch eine Patenschaft für besonders liebenswerte Katzen (ich wüßte da einen Kater...) übernehmen.

Ich selber gehe natürlich mit gutem Beispiel voran: Selbstverständlich habe ich mein gesamtes Honorar für diesen Artikel sofort für den guten Zweck gestiftet – ist doch Ehrensache.

Falls mich jemand mal besuchen möchte – ich freue mich. Nur bitte nicht im Mai, denn da findet irgendwann die Verleihung des Pulitzer-Preises für herausragende journalistische Leistungen statt. Ich möchte mir deshalb sicherheitshalber den Mai freihalten.

Ich wünsche Ihnen, liebe Leser, schöne Feiertage, einen guten Rutsch ins Neue Jahr und ein gutes, gesundes und erfolgreiches 2017.

Ihr Columbus

(Wie immer vielen Herzlichen Dank, Herr Becht!)