Kira oder "Tiere in der modernen Wegwerfgesellschaft"

Wohl fast jeder kennt diese Situationen: Das neue Elektronik-Gerät quittiert kurz nach Ablauf der Herstellergarantie seinen Dienst oder entwickelt eine seltsame Macke.

An den Schuhen, die eigentlich noch wirklich gut in Schuss sind, löst sich die Sohle. Erster Gedanke: Klar, reparieren! Doch spätestens nach dem Einholen eines Kostenvoranschlags, der dann nicht wesentlich unter (sondern vieleicht sogar über) dem Preis für ein neues Gerät (mit Garantie) liegt, läuft es auf Wegwerfen und Neukauf hinaus. Daran haben wir uns mittlerweile alle mehr oder weniger gewöhnt.

Dass manch einer aber nach gleichen Maßstäben auch bei seinem Haustier - das ja eigentlich ein Familienmitglied sein sollte - verfährt, entsetzt uns immer wieder aufs Neue.

  

Jüngstes Beispiel ist Kira. Die 3-jährige hübsche Katzendame verunglückte bei einem Unfall. Nachdem die Halter die Diagnose (u.a. komplizierter Beckenbruch, Hüftgelenksluxation und

Oberschenkelfraktur) erhielten, wollten sie die Katze einschläfern lassen. Sinngemäße Begründung: Die OP kostet deutlich mehr als die Anschaffung einer neuen Katze...

Auch die Klinik am Sandpfad konnte es nicht glauben, dass hier ein junges Katzenleben einzig aus finanziellem Kalkül heraus so früh und unnötig beendet werden sollte und setzte sich daher mit uns in Verbindung. Auch wenn in unserer Kasse Ebbe herrscht, mussten wir hier einfach helfen und Kira retten bzw. ihr eine Chance geben. Auch die Tierklinik zeigte hier Herz und räumte uns einen deutlichen Nachlass auf die OP-Kosten ein, die sich somit auf knapp 1.000€ belaufen.

Kira hat den Eingriff sehr gut überstanden, erholt sich nun bei uns in der Quarantäne, frisst gut und genießt die Zuwendung und Aufmerksamkeit, denn sie ist eine ausgesprochene liebe und schmusige Katze.

Uns ist bewusst, dass Tiere vor dem Gesetz leider immer noch als "Sache" gelten und damit sowohl der Misshandlung als auch Vorfällen wie diesem Tür und Tor geöffnet bleiben. Dennoch stellen sich uns sämtliche Nackenhaare auf, wenn wir uns vorstellen, dass Menschen mit so einer Einstellung sich einfach immer wieder ein Tier ins Haus holen und es "austauschen", sobald es größere Kosten verursacht. Ob sie das noch genauso sehen würden, wenn sie selbst vielleicht irgendwann einmal krank und/oder pflegebedürftig sind und ihre Angehörigen dann auch nichts mehr von ihnen wissen wollen...?

Wenn Sie Kira dabei helfen möchten, wieder auf die Beine zu kommen und dann hoffentlich ein schönes Zuhause bei tierlieben Menschen zu finden, können Sie uns mit einer Spende unter dem Kennwort "Kira" unterstützen.

Oder möchten Sie Kira selbst ein Zuhause geben? Dann sprechen Sie uns

an: Die Rekonvaleszentin wird voraussichtlich noch 6 bis 8 Wochen in Quarantäne bleiben müssen; ein Kennenlernen ist aber natürlich bereits vorher möglich.