Auge in Auge mit den (Stuben-)Tigern: Realschüler als Praktikanten in der Katzenhilfe

Gibt es in unserem schönen Karlsruhe tatsächlich notleidende Katzen? Wie sieht ein "normaler" Tagesablauf bei der Katzenhilfe aus? Welche Aufgaben fallen in der Katzenstation an?

 

Diesen Fragen gingen im Mai fünf Schülerinnern und Schüler der Realschule Neureut im Rahmen eines Sozialpraktikums nach. Die Achtklässler halfen vier Vormittage lang tatkräftig bei der Betreuung der zu diesem Zeitpunkt knapp 50 Katzen in der Alten Kreisstraße 15 mit.

Am Anfang stand natürlich eine gründliche Einweisung in die Verhaltens-, Hygiene- und Sicherheitsregeln und spätestens am Ende die Erkenntnis, dass der "Arbeitsalltag" keineswegs nur aus Katzenstreicheln, sondern zu einem Großteil aus Putzen/Saubermachen inkl. Katzenklos & Entfernung oft auch unappetitlicher Hinterlassenschaften, Abwasch und Nachfüllen der vielen Wasser- und Nassfutternäpfe sowie der Trockenfutterspender besteht.

Daneben lernten die Jugendlichen die vielen verschiedenen Charaktere und die (leider meist traurigen) Schicksale, die hinter den vierbeinigen Bewohnern der Station stehen, kennen. Sie erkannten schnell, dass man sich auf jeden individuell einstellen muss, was gerade bei den scheuen Tieren ein langwieriger und schwieriger Prozess sein kann, der viel Geduld und Vertrauen von beiden Seiten erfordert.

 

Selbstverständlich blieb aber auch genug Zeit zum Spielen und Schmusen mit den aufgeschlosseneren Samtpfoten.

Nicht zuletzt konnten sich die Praktikanten auch aus erster Hand davon überzeugen, dass es den "normalen" Tagesablauf trotz gewisser Fixpunkte (wie Putz- und Fütterungszeiten) nicht wirklich gibt, dass Tierschutzarbeit oft auch sehr stressig und zuweilen nicht ganz ungefährlich ist und dass es auch in Karlsruhe und Umgebung weit mehr Katzen in Not gibt, als man sich vorstellt. Letzteres beweist nicht nur das quasi nie stillstehende Mobiltelefon von Wera Schmitz jeden Tag eindrucksvoll aufs Neue.

Wenige Wochen nach den Neureuter Schülern schlossen zwei Schülerinnen der evangelischen Jakobusschule mit ganz ähnliche Erfahrungen Ihr Praktikum, in dessen Rahmen Sie uns sechs Monate lang immer mittwochs unterstützt hatten, ab.Natürlich waren die süßen, flauschigen Kitten das Highlight und einige der kleinen Herzensbrecher haben auch gute Aussicht auf ein neues Zuhause bei ihren Praktikanten. Im Vordergrund stand bei der Aktion aber etwas anderes: "Dass sich Jugendliche für unsere Arbeit interessieren und sich ein näheres Bild davon machen möchten, ist eine tolle Sache" - freut sich die Vorsitzende. "Sie sprechen natürlich auch Zuhause über ihre Erlebnisse und Eindrücke bei uns und tauschen sich mit Freunden und Mitschülern aus. So leisten sie als Multiplikatoren einen wichtigen Beitrag, mehr Menschen für die Nöte der Katzen zu sensibilisieren und - wenn auch vielleicht nur im Kleinen - Verhaltensänderungen, bspw. Im Hinblick auf Registrierung oder Kastration zu bewirken."

Ein herzliches Dankeschön an Celina, Oliver, Nele, Evelyn und Isabella, Laura und Loredana, die als Andenken noch ein Foto von sich mit ihrer Lieblingskatze erhielten, sowie an die Leitung der Realschule Neureut und der ev. Jakobusschule für die fruchtbare Kooperation. Wir freuen uns auf eine Fortsetzung!

P.S.: Isabella gefiel unser Engagement sowie die Arbeit mit den Tieren so gut, dass sie gleich eine weitere Praktikumswoche (in den

Schulferien) bei uns absolvierte.