Rettung in letzter Sekunde

Dass Tierliebe manchmal leider tragisch endet, zeigt ein aktueller Fall aus dem Albtal.

Dort hatte ein Mann hingebungsvoll Kaninchen und Tauben gehalten. Nach vielen Jahren war er aber aufgrund von Krankheit und fortgeschrittenem Alter immer weniger dazu in der Lage die Versorgung adäquat aufrechtzuhalten: Er war schlichtweg überfordert, wodurch sich die Lebensbedingungen der Tiere dramatisch verschlechterten.

Schließlich wurde vor kurzem das Veterinärsamt eingeschaltet, wovon auch unsere Helferin Nadine über Nathalie Gruber erfuhr. Um die 61 Hasen vor der „Entsorgung“ zu retten (ein Großteil der über 30 Tauben war bereits von einem Falkner abgeholt worden), starteten die beiden die mehrtägige Rettungsaktion vor Ort. Sie konnten so gut wie alle verbliebenen Tiere aus den verdreckten, dunklen und viel zu kleinen Ställen herausholen, in denen die großen Karnickel und viele Babys ohne Licht, Wasser und Futter in ihrem eigenen Kot dahinvegetieren mussten. Die Frauen haben sich dazu überall alle möglichen Tierboxen und sonstige Behältnisse geliehen, um möglichst viele mitnehmen zu können.

Hier sehen Sie Bilder, die die Helfer schnell während der 'Herausholaktion' gemacht haben, und die nur einen kleinen Eindruck verschaffen können, wie es da ausgesehen hat und in welchem Zustand die Tiere leben mussten. Viel Zeit für Bilder war leider (oder auch besser!) nicht.

 

Diese Bilder wurden später bei Frau Dr. de Rossi aufgenommen, wohin die Tierschützerinnen einen Großteil der Hasen sogleich hinschafften. An dieser Stelle ist einmal ganz besonders Frau Dr. de Rossi zu danken, die sämtliche Erstversorgungskosten auf Ihre Kappe genommen hat.

 

Nach der tierärztlichen Behandlung schafften sie es, die armen Geschöpfe auf Tierheime und private Plätze zu verteilen und ihnen damit eine zweite Chance auf eine schöne und artgerechte Zukunft zu ermöglichen. Anhand der 5 Hoppler, die Nadine selbst bei sich aufgenommen hat, zeigt sich seitdem, wie sehr die Tiere bei richtiger Haltung aufblühen und wie sehr sie ihr neues Zuhause genießen.

 

Die Fotos sprechen für sich und wie man weiter unten sieht gab es auch gleich Nachwuchs: Immerhin 5 von 7 Babys, die Häsin Havana bei Nadine zur Welt gebracht hat, sind auf dem besten Weg in ein glückliches Leben. Auch Frau Dr. de Rossi, sowie Frau Schmitz haben jeweils zwei Kaninchen aufgenommen – die beiden im Außenbereich der Katzenhilfe sind für die Miezen gerngesehene „Hingucker“, die immer wieder ausgiebig vom Katzengehege aus beobachtet werden. Aber auch wir gucken den Hasen so gerne zu, denn sie hoppeln den ganzen Tag glücklich herum und freuen sich sichtlich ihres 'neuen' Lebens. Danke Wolfgang, für Dein liebevolles 'Einrichten' des Hasengeheges!

 

Die folgenden Bilder bieten einen kleinen Schnelldurchlauf durch die Entwicklung von Hasenbabys in ca. 18 Tagen! 

 

Pünktlich zu Ostern gab es ein Hasenshooting! Sind sie nicht ENTZÜCKEND?? Das sind die Kleinen 23 Tage alt! Danke an die Fotografin Theresa Kruse, die uns die Bilder freundlichweise zur Verfügung gestellt hat: 

 

Nadine hat sich entschlossen noch zwei der Babys zu behalten. Zur Zeit entsteht bei ihr ein großes Gehege, das ausreichend Platz für alle 'ihre' Hasen bietet (zur Zeit versorgt Nadine 6 eigene Zwergkaninchen, die 5 Großen und die 5 Kleinen, insgesamt 16 Karnickel!).

Frau Dr. de Rossi wird noch einen Bub aufnehmen und für die zwei verbleibenden Babys wird Nadine, wenn sie 12 Wochen alt sind, noch gute Hasen-Zuhause finden (Interessenten haben sich schon gemeldet).

Auch Dir, Nadine, vielen Dank für Deinen Einsatz, und vor allem dass Du alle Kosten für die von Dir aufgenommen Tiere und vor allem für die teuren Impfungen der Babys übernimmst. Wir finden das ganz toll!

Dieses Beispiel zeigt, dass es nicht immer nur vorsätzliche Tierquäler sind, die unseren Mitgeschöpfen Leid zufügen und wir appellieren an dieser Stelle an alle, die sich vielleicht in einer ähnlichen Situation der Überforderung befinden oder die so jemanden kennen: Sprechen Sie uns (oder andere Tierschutzorganisationen) an – es findet sich fast IMMER eine Lösung! Nichtstun schadet allen Beteiligten – vor allem aber natürlich den Tieren!